Leseprobe
Leseprobe:
In meinem Lebensbereich höre ich verschiedene Gründe, nicht nach Afrika zu reisen. Zu weit, zu heiß, zu trocken, zu primitiv, zu viele arme Menschen, zu viele ansteckende Krankheiten.
Und trotzdem – der Reiz, diesen Kontinent kennen zu lernen, bleibt – und das nicht nur für mich. Viele Menschen sind neugierig auf Afrika als den „Schwarzen Kontinent“ und fühlen sich von den Geheimnissen angezogen, die er für uns noch immer birgt. Ob eine Safari in Kenia, eine Rundreise in Südafrika, ein Jagdurlaub in Namibia - Menschen aus Europa betreten eine fremde Welt, freuen sich an großartigen Landschaften, an der exotischen Tierwelt und der Liebenswürdigkeit und Lebensfreude der Afrikaner. Daraus erwächst häufig der Wunsch, die Menschen besser zu verstehen – und der Wunsch zu helfen. Heime für AIDS-Waisen, viele Kindergärten und Altenheime, Unterstützung für Schulen wären ohne das Engagement von Menschen aus Übersee nicht möglich (Anmerkung der Verlagsleitung).
Ich bin vor mehr als zwanzig Jahren durch eine Begegnung mit einer Afrikanerin in der DDR auf Namibia aufmerksam geworden – und mehrere Male dorthin gereist. Auch ich wollte das „afrikanische“ Leben kennen lernen und habe möglichst viel Zeit mit den Menschen verbracht, habe versucht mich anzupassen, manchmal auch ein deutliches – vielleicht unhöfliches – Nein gesagt. Ich erfuhr so manche Rücksichtnahme. Ich habe etwas gelernt, habe eine andere Wirklichkeit erfahren als die durch die Medien. Anders auch als die, die ich in Deutschland durch Erzählungen afrikanischer Freunde aus unterschiedlichen Ländern kannte. Ich bin in eine andere Kultur eingetaucht, durfte mitleben. Trotzdem wünsche ich mir noch viele solcher Gelegenheiten, um besser zu verstehen.